Akupunktur

Akupunktur, eine seit mehr als 2.000 Jahren in China praktizierte Methode, ist mittlerweile weltweit verbreitet. Motor dieser Entwicklung ist nicht die wissenschaftliche Anerkennung, sondern vielmehr ihre überzeugende Wirkung bei einfacher Anwendung. Dennoch gilt die Akupunktur mittlerweile als eine der am besten untersuchten Methoden, wenn auch nicht nach Stufe 1 EBM. In Deutschland ist die Akupunktur seit 1996 mit zwei Abrechnungsziffern in der GOÄ aufgenommen, 2003 von der Bundesärztekammer als Zusatz-Qualifikation offiziell anerkannt und seit 2006 mit zwei Indikationen in die Kassen-Medizin eingeführt worden.

Die ärztliche Weiterbildung in Akupunktur basiert auf einem strukturieren Curriculum von 200 Unterrichtsstunden, das aus 120 Stunden vorwiegend theoretischem Unterricht, 60 Stunden praktischer Akupunkturanwendung und 20 Stunden Fallseminaren besteht. Das Ausbildungsvolumen wird von der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer bestimmt, die Inhalte vom Kursbuch Akupunktur der Ärztekammer vorgegeben. Nach einer bestandenen Prüfung durch die Ärztekammer darf der Arzt die Zusatzbezeichnung „Akupunktur“ führen. Für die Zulassung zur Abrechnung mit der Krankenkasse hat der Arzt zusätzlich 80 Stunden anerkannte Weiterbildung in Psychosomatik und 80 Stunden spezielle Schmerztherapie sowie eine kontinuierliche Qualitätssicherung nachzuweisen.

Die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen erstreckt sich ausschließlich auf 10 bzw. 15 Behandlungen mit Körperakupunktur bei chronischen Rückenschmerzen und Gonarthrose. Alle weiteren Akupunkturbehandlungen, Akupunkturmethoden und Indikationen sind Selbstzahlerleistungen und entsprechend der GOÄ abzurechnen. Akupunktur ist eine Methode, die vom ausgebildeten Arzt selber durchzuführen und nicht delegierbar ist. Sie ist eine medizinisch sinnvolle Behandlungsmethode, keine individuelle Gesundheitsleitung - IGEL. Die Privatversicherungen erstatten Akupunktur zur Schmerzbehandlung und in Einzelfällen auch bei anderen Indikationen.

Akupunktur ist eine Medizin, die funktionell und am Symptom orientiert ist. Sie ist damit eine notwendige Ergänzung zur konventionellen Medizin, die vorwiegend morphologisch ausgerichtet ist. Die Denkweise in der Akupunktur ist kybernetisch-energetisch, die in der konventionellen Medizin physikalisch-chemisch. Teilaspekte der Wirkung der Akupunktur sind bekannt, dennoch weiß man nicht, wie der Wirkmechanismus letztendlich ist. Akupunktur mobilisiert körpereigene Ressourcen der Salutogenese. Mit gezielten Reizen wird die Autoregulation des Organismus stimuliert, Fehlfunktionen zu kompensieren und Heilungsprozesse voranzutreiben. Die Wirkung der Akupunktur erstreckt sich auf alle Krankheiten und Störungen, bei denen Regulation, Kompensation oder Regeneration möglich sind – das Potential dazu ist weit größer, als allgemein angenommen wird. Dies erklärt auch das breite Indikationsspektrum der Akupunktur, das sowohl Organkrankheiten als auch Allergien, Schmerzerkrankungen, psychosomatische Störungen und emotionale Erkrankungen umfasst. Sogar zentrale Paresen nach Schlaganfall sind mit Akupunktur behandelbar. Kontraindikationen der Akupunktur gibt es so gut wie nicht, wohl aber Grenzen der Wirksamkeit, die beachtet werden müssen. Die Wirksamkeit der Akupunktur korreliert mit der Qualität der Ausbildung und der Geschick der Anwendung. Akupunktur ist nahezu mit allen sonstigen Methoden der Medizin kombinierbar.

Die Akupunktur bedient sich einer eigenen Nomenklatur, da die konventionelle Medizin keine allgemeine Systematik für funktionelle Störungen und Erkrankungen hat. Die Chinesische Medizin liefert ein Raster, in dem Symptome und Erkrankungen eingeordnet werden und damit eine Übersichtlichkeit geschaffen wird, die Gesetzmäßigkeiten erkennen lässt und die Methode lehrbar macht. Akupunktur erweitert das therapeutische Spektrum des Arztes enorm und ist aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Für Ärzte ist es heute unumgänglich, sich mit dieser Methode zu beschäftigen. Patienten ist anzuraten, Ärzte mit Zusatzausbildungen in Akupunktur und weiteren Methoden der Naturheilverfahren/ Komplementärmedizin bevorzugt aufzusuchen, da sie weiterreichende Möglichkeiten der Behandlung bieten. Ärzte mit Zusatzausbildungen finden Sie in der Arztsuche auf dieser Homepage.

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